Alternativtext
Alternativtext

Aktuelles

Ausbau unserer Sozialhilfe in Kalkutta

Sozialberatung in Kalkutta

Ausbau unserer Sozialhilfe in Kalkutta

Unser „Zirkuszeltprojekt“ – so nennen wir intern die an die ärztliche Arbeit angedockte Sozialberatung – wurde erweitert. Seit April zählt die indische Ärztin, Dr. Krishna Bhattacharjee, zum Team. Wir freuen uns über den personellen Zuwachs, da der Beratungsbedarf immens groß ist.

Vor rund zwei Jahren haben wir in Kalkutta eine eng an die Arbeit in den Slumambulanzen angeschlossene Primary Health Care-Komponente eingeführt, die einen besonderen Fokus auf Frauen legt und neben Hilfe in Fragen der Familienplanung die Frauen dabei unterstützt, staatliche Dienste, die ihnen zustehen, einzufordern. Der indische Staat war in den 30 Jahren, in denen wir schon in Kalkutta arbeiten, nicht untätig. Es gibt viele neue Programme im Gesundheitsbereich. Aber die Bevölkerungsgruppe, die am meisten von diesen Neuerungen profitieren würde und die sie am dringendsten braucht, bleibt in der Praxis leider unwissend oder scheitert an den bürokratischen Hürden. So kamen wir auf die Idee des sogenannten „Zirkuszeltprojektes“. Zirkuszelt, weil zwei Sozialarbeiterinnen gemeinsam mit unseren Ärztinnen und Ärzten zu den Ambulanzen herausfahren und dort die Patientinnen beraten, aufklären und Hilfestellung beim Ausfüllen von Anträgen an Regierungsstellen geben. Aktuell findet die Beratung an drei Standorten statt: in Chengail, Bojerhat und in Santoshpur.

Im Rahmen des „Primary Health Care Projekts“ (PHC) – so die offizielle Bezeichnung – werden auch Gesundheitsarbeiterinnen ausgebildet, die selbst aus den Slumgebieten oder ländlichen Armutsregionen kommen, unsere Patienten wohnortsnah beraten können und als Multiplikatoren dienen. Unterernährte Kinder, schwangere Frauen und andere Problemfälle können von ihnen identifiziert und an unsere Slumambulanz weitergeleitet werden, wo sie medizinische Versorgung und weitere Beratung erhalten. Die Gesundheitsarbeiterinnen ermutigen die Frauen auch, sich zu Selbsthilfegruppen in ihren Slumgebieten oder Dörfern zusammenzuschließen und sich gegenseitig als Solidargemeinschaft zu unterstützen. In den Gruppen leisten die Sozialarbeiterinnen Aufklärungsarbeit zu den Themen Familienplanung, sichere Entbindung, Prävention von Krankheiten, Einbindung in staatliche Programme und Beschaffung von essentiellen Dokumenten, wie zum Beispiel Geburtsurkunden. Zusätzlich zu den Beratungen halten sie in Kürze auch sogenannte „Awareness-Camps“ zu Themen wie Familienplanung/Verhütung, Hygiene, staatliche Programme und ähnliche ab.

Die indische Ärztin, Dr. Krishna Bhattacharjee, neue Kraft seit einigen Tagen, betreut und berät schwangere Patientinnen medizinisch. Zudem behandelt sie unterernährte und behinderte Kinder, um eine Kontinuität der Versorgung zu gewährleisten. Wir kennen Dr. Krishna schon sehr lange aus der Zusammenarbeit im „Lake Gardens-Kinderentwicklungsprojekt“. Wir haben bereits viele gute Erfahrungen mit ihr gesammelt. Das Kinderentwicklungsprojekt zielte vor allem auf unterernährte Kinder. Da deren Anzahl in Kalkutta in den vergangenen Jahren glücklicherweise stark zurückgegangen ist, endet es nun, und wir übernehmen Dr. Krishna sehr gern in das PHC Projekt.

Zurück

Zurück