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Kilifi

Projektbeginn: 2021 |

Einsätze: 3

Kilifi

Das Kilifi-Projekt im Überblick

Das Kilifi-Projekt im Überblick

Projektbeginn: Das Projekt startete im März 2021 mit lokalen Mitarbeitenden und unserem Langzeitarzt. Die ersten Einsatzärztinnen und -ärzte folgten im Mai 2021.

Anzahl Ärzte: Immer zwei deutsche Ärztinnen oder -ärzte sowie Langzeitarzt Rutger Anten und seine Frau Bea Ammann, Physiotherapeutin.

Partner: Das Projekt wird mit mehreren lokalen Partnern bestritten: Der kenianische Treuhandfond Community Health Promotion Fund (CHPF) betreibt als Hauptinitiator Fundraising und verantwortet ein lokales Gesundheitsprogramm im Projektgebiet. Die gemeindeeigene, von der Regierung unterstützte Ambulanz „Bomani-Malde Dispansary“ stellt unter anderem personelle Ressourcen zur Verfügung. Darüber hinaus unterstützen Studierende und Mitarbeitende der privaten, gemeinnützigen medizinischen Ausbildungsstätte „North Coast Medical Training College“ (NCMTC) das Projekt.

Struktur: Die Einsatzärztinnen und -ärzte arbeiten in der Ambulanz „Bomani-Malde Dispensary“. Darüber hinaus engagieren sie sich bei unterschiedlichen Aktivitäten im Rahmen der Gemeindearbeit. Sie geben zum Beispiel Schulungen zur Prävention von Erkrankungen und zu einer sicheren Geburt.

Einsatzgebiete: Die Gemeinden Bomani, Junju und Mto Mkuu.

Häufige gesundheitliche Probleme: Malaria, Atemwegserkrankungen, Durchfall, Anämie und chronische Erkrankungen wie Bluthochdruck und Diabetes.

Schwerpunkte: Neben der allgemeinmedizinischen Behandlung liegt ein besonderes Augenmerk auf der Mutter-Kind-Gesundheit und auf dem Aufbau von Gesundheitsstrukturen für die Dorfgemeinschaft.  

Finanziert wird das Projekt durch die mediserv Bank. Seit 1997 in der Privatabrechnung tätig, bietet mediserv Heilberuflern in zugeschnittenes Angebot in den Bereichen Abrechnungs-, Umsatz- und Finanzmanagement. mediserv ist es wichtig, sich für die Schwächsten der Gesellschaft zu engagieren – regional wie international. Durch ihre regelmäßige Unterstützung können wir unser Projekt in Kilifi langfristig planen und eine nachhaltige Hilfe gewährleisten.

Das Kilifi-Projekt im Überblick

Medizinische Versorgung – auch für die Ärmsten

Die Situationsanalyse, die wir in der Planungsphase des Projektes durchgeführt haben, hat gezeigt: Der Wunsch nach einer besseren medizinischen Versorgung in der Region ist groß! Die beiden für die Ambulanz in Bomani angestellten Krankenschwestern konnten längst nicht alle bedürftigen Menschen versorgen. Für komplexe Behandlungen waren sie zudem nicht ausgebildet. Dies ging besonders zu Lasten von Menschen der ärmsten Bevölkerungsschicht, die kaum einen Zugang zu Gesundheitsdiensten außerhalb der Region haben und sich diese noch dazu nicht leisten können.  Eines unserer Ziele ist es daher, das lokale Personal vor Ort medizinisch zu schulen und fortzubilden. „Hands-on“ lernen sie von unseren Einsatzärztinnen und -ärzten sowie dem Langzeitarzt vor Ort. Die German Doctors kümmern sich insbesondere um Notfälle und behandeln schwangere Frauen sowie chronisch kranke Patientinnen und Patienten. Dank der großzügigen Unterstützung der mediserv Bank können wir die laufenden Kosten decken und langfristig und nachhaltig planen.

Sichere Geburt für Mutter und Kind

Schwangere und junge Mütter sind durch eine mangelnde medizinische Versorgung besonders gefährdet. Schätzungen zufolge sterben in Kenia jährlich 6.300 Frauen während der Schwangerschaft oder unter der Geburt. Damit Frauen sicher entbinden können, ohne einen allzu weiten Weg auf sich nehmen zu müssen, wurde die Ambulanz in Bomani mit einer Entbindungsstation inklusive Kreißsaal ausgestattet. Dank der großzügigen Unterstützung der mediserv bank können Frauen künftig in dem neu ausgebauten Kreißsaal sicher entbinden. Eine große Erleichterung für die Familien, denn bislang war der Weg nach Kilifi Town oder Mombasa schlicht zu teuer und zu weit, um zur Entbindung dorthin zu fahren oder gar zur regelmäßigen Vorsorge. Besonders nachts war das ein Problem, denn dann stehen nicht einmal Motorräder zur Verfügung, mit denen Schwangere mit Wehen oder Komplikationen über holprige Wege ein Krankenhaus erreichen können. Die Folgen für Mutter und Kind sind oft dramatisch!

Ausbildung von Gesundheitshelfern

Vor Ort arbeiten wir eng mit der gemeinnützigen medizinischen Ausbildungsstätte „North Coast Medical Training College“ (NCMTC) zusammen. Die Studierenden werden in der medizinischen Grundversorgung ausbildet, wobei der Fokus auf der Gesundheit der ländlichen Gemeinde liegt. Viele Ausbildungseinrichtungen in Kenia sind in den Städten angesiedelt und ihre Absolventen haben Schwierigkeiten, sich in die Probleme und Bedürfnisse der Landbevölkerung hineinzuversetzen. Um praktische Erfahrungen zu sammeln, nehmen die Studierenden an Aktivitäten der Dorfgemeinschaft teil und übernehmen Labortätigkeiten für die Ambulanz.

Das Kilifi-Projekt im Überblick

Mehr Wissen für mehr Gesundheit

Gesundheit den Menschen näherzubringen – so lautet eines unserer wichtigen Projektziele. Dafür finden in sogenannten „Health-Information-Points“ (HIPs) regelmäßig Schulungen und Veranstaltungen rund um das Thema Gesundheit statt. Bislang wurden sechs Zelte errichtet – allesamt in der Nähe von Grundschulen, damit die Gesundheitserziehung in den Schulalltag integriert wird. In den HIPs werden zudem einfache medizinische Dienste angeboten. Da diese über das Projektgebiet verstreut liegen, sind sie ohne großen Aufwand für die Menschen zu erreichen. So können unsere Mitarbeitenden zum Beispiel die gesunde Entwicklung der Kinder im Blick behalten und häufige Probleme wie Hauterkrankungen, Magen-Darm-Erkrankungen und Infektionen zeitnah behandeln. Darüber hinaus werden auch Schwangerschaften medizinisch überwacht – regelmäßige Kontrollbesuche beim Frauenarzt, wie hierzulande üblich, sind in Kilifi noch längst keine Selbstverständlichkeit.

Gemeinsam Gesundheitsstrukturen aufbauen

Diese sozial ausgerichtete Komponente des Projekts bestreiten alle Partner gemeinsam. Mitarbeitende und Studierende des North Coast Medical Training Colleges (NCMTC) bieten zum Beispiel Schulungen in den Zelten an und kümmern sich um basismedizinische Untersuchungen. Die German Doctors widmen sich unter anderem den schwangeren Frauen und chronisch kranken Patientinnen und Patienten. Bei Bedarf wird dort zum Beispiel auch geimpft. Für komplexere Untersuchungen und Behandlungen werden die Menschen in die Ambulanz in Bomani überwiesen. Finanziell wird das Projekt zu großen Teilen von der mediserv Bank getragen.

Das Kilifi-Projekt im Überblick

Ein Leben von der Hand in den Mund

Die Dörfer unseres Projektgebietes in Kilifi Country liegen entlang des Küstenstreifens nördlich von Mombasa. Das Gebiet ist stark ländlich geprägt und von Armut gezeichnet. Die meisten Familien leben von dem, was sie selbst anbauen. Doch die Böden sind karg und in Jahren der Dürre oder mit Überschwemmungen fehlten es den Familien oft tagelang an nahrhaften Lebensmitteln. Für den Verkauf bleibt nicht viel übrig und einen festen Job haben ohnehin nur die Wenigsten. Viele Menschen verdienen weniger als 5.000 Kenia-Schilling – das sind umgerechnet etwa 44 Euro! Die Lebensverhältnisse sind bescheiden und eine Infrastruktur mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist kaum vorhanden.

Wenn Schule Luxus ist

Die Armut der Region zeigt sich nicht nur in der hohen Armutsrate von mehr als 70 %, sondern auch in einer der niedrigsten Alphabetisierungsraten in Kenia: Nur 11% der Menschen haben die Sekundarstufe besucht. Perspektiven, den Armutskreislauf zu durchbrechen, gibt es wenig. Und das, obwohl mehr als die Hälfte der Bevölkerung unter 20 Jahre alt ist und 30% unter zehn – eine für Entwicklungsländer typische Bevölkerungspyramide.

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